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Schön war die Zeit!

Schön war die Zeit!

 

 

Liebe Freunde und Gäste der Wurzeralm.

 

Als ich damals vor 25 Jahren mit Markus den Entschluss gefasst habe, das Projekt Wurzeralm zu starten, konnte ich noch nicht erahnen wie sehr die Wurzeralm zu meinem „Baby“ werden würde.

 

Ich habe die Herausforderung angenommen und bin mit jedem Tag ein Stück gewachsen. Es war nicht allein die Arbeit und der Verdienst, der mich zu neuen Taten angespornt hat, nein vielmehr der Kontakt zu den Menschen, die ob Gäste oder Ferienkinder mein Leben erfreut haben.

 

Die Alm war in der Anfangszeit nicht sehr bekannt und es war mein Ziel, sie aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und den Menschen aus der Umgebung nahezubringen.

 

Mit viel Freude und Begeisterung für unser Tun haben Markus und ich das auch geschafft.

 

In der Küche lief das Radio von früh bis spät und gute Musik beschwingte unseren Tag. Immer vormittags brachte Südtirol 1 das Wetterpanorama und Betriebe von Berg und Tal durften vom Wetter und aktuellen Geschehnissen berichten. Das möchte ich auch machen, dachte ich mir und setzte mich abends hin und schrieb eine E-mail an den Sender.

 

„Liebe Christine Rabanser…“ schrieb ich, erzählte von meiner Alm und von den Tieren, packte ein paar Fotos von den Hängebauchschweinen und den Ziegen in den Anhang und ab ging die Post.

 

Schon einige Tage später erhielt ich einen Anruf von Christine und ich durfte das erste Mal, ganz nervös, von der Wurzeralm berichten.

 

2014 wurde die Wurz von den Lesern der Tageszeitung Dolomiten zur “Schönste Almhütte“ gewählt. Die Freude über den erreichten Titel war Mega und wieder erfuhr ich, dass alles Erwünschte in Erfüllung geht.

 

Als mich Julian, mein Neffe, 2014 fragte ob er bei mir auf der Alm die Kochlehre machen dürfe war für mich klar, dass ich mit grosser Leidenschaft und Hingabe seine Ausbilderin werde.

 

Von nun an war mein Streben, dem jungen Mann nicht nur die typische Almküche sondern auch die klassische Küche nahezubringen.

 

Wir nahmen an der Haflinger Spezialitätenwoche “KornArt“ und an den “Meraner Genusswochen“ teil.

 

In dieser Zeit hatte ich ein Gespräch mit  Anita, unserer Eventmanagerin vom Tourismusbüro in Hafling, über  neue Angebote für die Urlaubsgäste und so kamen wir auf die Idee, einen Kochkurs auf der Alm mit ins Programm zu nehmen.

 

Der Startpunkt für eine neue Herausforderung in meinem Leben war gesetzt. Ich habe meine Absicht, alle Teilnehmer zu begeistern und ihnen einen tollen Nachmittag auf der Alm zu schenken, mit voller Begeisterung gelebt und daraus für mich eine enorme Befriedigung erhalten. Ob Knödel, Kaiserschmarren oder Schlutzer, es war mir eine Freude die Gäste zum Mitmachen zu animieren und beim Abschied das Strahlen in ihren Gesichtern zu sehen.

 

Viele schöne Projekte habe ich auf der Wurzeralm  erleben und abschliessen können und ich bin dankbar für die schöne Zeit.

 

Dankbar bin ich Markus für die wertvolle und intensive Zeit die wir miteinander hatten. Wir waren das Traum-Ehepaar und haben uns dann zu einem super Geschäftspartner-Paar entwickelt.

 

Dankbar bin ich der Alminteressentschaft Wurz, die im Jahre 1995 einer jungen Köchin mit Haflinger Wurzeln und einem jungen Mann aus dem Vinschgau, Hirte mit  Hüteerfahrung aus der Schweiz, das Vertrauen geschenkt hat, die Alm zu betreiben.

 

Dankbar bin ich allen Mitarbeitern, die wir in den vielen Jahren beschäftigt haben, für ihren guten Willen und ihren Einsatz ohne den es nie möglich gewesen wäre, das“Baby“ grösser werden zu lassen.

 

Dankbar bin ich den Freunden und Gästen, die oft zu Freunden wurden, für ihr Kommen und auch für ihre Geduld, wenn es mal ein wenig länger dauerte bis das Essen serviert wurde. Durch euch konnten wir uns entwickeln und verbessern.

 

Dankbar bin ich für die Herausforderungen, die ich jeden Tag zu meistern hatte. Ohne sie hätte ich in meiner Entwicklung nicht wachsen können.

 

Dankbar bin ich auch den Interessenten der Wurzeralm, im Besonderen dem Obmann Florian Reiterer und seinem Ausschuss. Wir hatten immer eine gute Zusammenarbeit.

 

Dankbar bin ich allen lieben Menschen, sei es aus dem Dorf oder von weiter her, für die grosse Wertschätzung, die ich in den letzten Tagen erfahren durfte. Ich bin  überrascht, wie sehr ich doch ein fester Teil im Leben Vieler durch mein Wirken auf der Wurzeralm war.

 

 Jetzt, nach 25 Jahren, möchte ich mich von der Wurzeralm verabschieden und Markus und seinem neuen Team das Allerbeste wünschen!

 

Er wird die Wurzeralm in seinem Sinne weiterführen und ich gebe mein “Baby“  in seine Hände.

 

 

 

Froh über die schöne Zeit auf der Wurzeralm möchte ich mich nun von den Lesern des Blogs verabschieden und freue mich jetzt auf neue Herausforderungen, die mir mein neues Leben in Kastelruth mit meinem Freund Manni bieten wird.

 

Eure Ulli